Hin- und hergerissen: Ein Tag mit zwei kleinen Kindern

Veröffentlicht am 18. Jänner 2026 um 18:10

Es ist morgens. Wir haben einen Impftermin für die Kleine und müssen pünktlich beim Arzt sein. Die Uhr läuft.

 

Das Baby schreit, ist müde und will trinken. Ich nehme sie hoch, versuche sie zu beruhigen und weiß gleichzeitig, dass ich den Großen wecken muss. Anziehen, Frühstück herrichten, loskommen.

Ich lege das Baby wieder ab, obwohl sie noch sehr unruhig ist und ich weiß, dass sie gleich wieder weinen wird.

 

Ich gehe ins andere Zimmer, wecke den Großen, der absolut nicht aufstehen will, und helfe ihm beim Anziehen. Währenddessen höre ich das Schreien aus dem Nebenzimmer und spüre, wie es mich innerlich zerreißt.

Ich stille, während ich den Tisch decke, stopfe mir ein Stück Brot in den Mund, packe die Wickeltasche und ziehe nebenbei die Kinder an.

 

Der Große schreit, er will nicht zum Arzt, und die Kleine schreit, vielleicht hat sie Hunger, vielleicht geht alles zu schnell oder vielleicht spürt sie einfach, wie gestresst ich bin.

Noch bevor wir das Haus verlassen, bin ich völlig erschöpft. Im Auto fällt mir dann ein: Scheiße, ich habe mir gar nicht die Zähne geputzt.

 

 

Diese ständige Aufteilung über den ganzen Tag ist so anstrengend, dass ich oft nicht weiß, wie ich das schaffen soll. Wer wartet jetzt? Wessen Bedürfnis ist dringender? Und egal, wie ich mich entscheide, es fühlt sich immer falsch an.

 

Mein großes Kind erlebt, dass ich nicht jederzeit verfügbar bin. Mein kleines Kind spürt, dass es sich manchmal anpassen muss. Und ich stehe dazwischen und versuche ruhig zu bleiben, obwohl ich innerlich längst müde bin.

Und dann kommt erst der Abend.

 

Eigentlich will ich in Ruhe dem Großen eine Geschichte vorlesen, aber schon zum fünften Mal muss ich unterbrechen, um die Kleine zu beruhigen und zu stillen. Wieder bin ich hin- und hergerissen zwischen den beiden und kann keinem von ihnen die volle Aufmerksamkeit schenken. Mein Plan für einen ruhigen Moment ist zerbrochen und trotzdem mache ich weiter.

 

Ich darf mir eingestehen:

Das hier ist wirklich viel.

Und es ist okay, so zu fühlen. Es ist normal und ich bin deswegen keine schlechte Mutter.

 

 

Nachdem endlich beide Kinder schlafen, eineinhalb Stunden später als normal, lasse ich meinen Gefühlen freien Lauf. Ich weine, ärgere mich und lasse einfach alles raus. Ich darf erschöpft sein und mir eingestehen, dass ich heute nicht mehr aufräume, das Chaos darf bis morgen warten.

 

Nach diesen fünfzehn Minuten zentriere ich mich wieder. Ich gehe in meine Mitte, an meinen Kraftort, denn meine Energie ist aufgebraucht. Wenn ich das nicht mache, kann ich den nächsten Tag nicht gut starten.

 

Deshalb ist das hier auch eine kleine Aufforderung an alle Eltern, die einen anstrengenden, chaotischen Tag hinter sich haben:

Gönnt euch am Abend bewusst eine Entspannungsübung, Erdung, Zentrierung, Chakrenausgleich oder einfach das, was euch guttut. Nur so könnt ihr am nächsten Tag wieder genügend Kraft haben, um für euch selbst und eure Kinder da zu sein.

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